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SPIELETEST
Might and Magic: Clash of Heroes
Wenn man sich das Cover-Artwork von „Might and Magic: Clash of Heroes” ansieht, könnte man glatt meinen, dass es sich bei dem Spiel um ein neues Rollenspiel handelt. Nun gut, wirklich falsch ist das nicht, aber halt auch nicht richtig. „Might and Magic: Clash of Heroes“ ist vielmehr eine Mischung aus Rollen- und Puzzlespiel. Die Hintergrundgeschichte dreht sich um fünf junge Helden, die ausziehen, um die Welt vor einer dämonischen Kraft zu bewahren. Was jetzt hier sehr generisch klingt, ist in Wirklichkeit ziemlich spannend: Die Geschichtsschreiber haben sie alle Mühe dieser Welt gegeben, um die Geschichte so packend wie möglich zu machen. „Might and Magic“ war storytechnisch schon immer stark, doch „Clash of Heroes“ ist ein neuer Hochgenuss – zumindest für diejenigen unter euch, die sich für die Fantasy-Thematik interessieren. Wenn ihr mit Dämonen, Magiern und Nekromanten noch nie etwas anfangen konntet, wird sich das auch mit diesem Spiel nicht ändern. Etwas ungewöhnlich dürfte für langjährige Fans der Serie der Look des Spiels sein: „Might and Magic: Clash of Heroes“ sieht sehr nach Anime aus – aber keine Sorge, inhaltlich hat das Spiel mit den japanischen Zeichentrickfilmen nichts am Hut.

Das Herzstück von „Might and Magic: Clash of Heroes” ist natürlich der Geschichtsmodus. Dieser ist mehr als 30 Stunden lang und bietet euch neben glasklaren Rollenspielelementen (Level-Ups, Missionen, geheime Artefakte, die euch spezielle Fähigkeiten verleihen) unzählige Kämpfe, die spannenderweise nach Rollenspiel aussehen, aber nicht so klassisch ablaufen. Es geht nicht darum, ein paar Attacken auszuwählen, hin und wieder einen Heilzauber zu sprechen und dann irgendwie die Trefferpunkte des Gegners auf null zu reduzieren. Gekämpft wird hier nämlich so: Euer Held wird von einigen Kampfeinheiten begleitet. Ihr selbst könnt in etwa wählen, welche Truppen euch zur Seite stehen sollen, doch die genaue Aufstellung hängt stets vom Zufall ab. Auf dem oben Bildschirm seht ihr die Armee eures Gegners, auf dem unteren eure eigene. Die Kämpfe laufen rundenbasiert ab, Echtzeitschlachten gibt es nicht – und sie würden auch einfach nicht zum Gameplay passen. Pro Runde könnt ihr ein paar Aktionen tätigen, doch lautet euer Ziel stets, drei Einheiten einer Farbe zusammenzubringen. Wenn ihr jetzt an „Match 3“ – Spiele denkt, dann liegt ihr nicht falsch.

Positioniert ihr drei Einheiten einer Farbe horizontal nebeneinander, erschaffen sie einen Schutzwall. Stellt ihr sie hingegen vertikal auf, werden sie bald zum Angriff ansetzen. Doch bevor eine Attacke erfolgen kann, muss diese über mehrere Runden aufgeladen werden. Schwächere Einheiten benötigen weniger Zeit, stärkere deutlich mehr. Ihr gewinnt, wenn ihr die Lebenspunkte des gegnerischen Führers auf null bringt. Klingt im Grunde simpel, aber das ist es nicht. „Might and Magic: Clash of Heroes“ ist ein sehr strategisches Spiel mit vielen Möglichkeiten, doch viele erlernt ihr erst im Laufe der Spielstunden. Zu Beginn seid ihr meist zufrieden, wenn ihr „irgendwie“ gewinnt. Wenn ihr euch jedoch erst einmal ein paar teure Elite-Einheiten gekauft habt, wollt ihr diese natürlich nicht sofort wieder verlieren. Es gibt nicht nur Standart-Kämpfe, sondern auch „besondere“ Kämpfe, Rätselkämpfe und Bosskämpfe. In den „besonderen“ Kämpfen müsst ihr beispielsweise ein Objekt beschützen, in Rätselkämpfen die Aufstellung finden, mit der ihr in einem Zug gewinnen könnt. Die Bosskämpfe bieten zu guter Letzt genau das, was der Name erahnen lässt: Schlachten gegen Bossgegner.

„Might and Magic: Clash of Heroes” ist eigentlich immer motivierend, manchmal aber auch etwas frustrierend: Wie gesagt, könnt ihr eure genaue Aufstellung nicht festlegen. Es passiert also hin und wieder, dass ihr mit einer Truppe auf dem Schlachtfeld landet, mit der sich der Kampf kaum gewinnen lässt. Das passiert zwar nicht andauernd, aber es passiert. „Might and Magic: Clash of Heroes“ bietet euch auch die Möglichkeit, lokal gegen einen Freund anzutreten. Wenn dieser kein Exemplar des Spiels hat, funktioniert das auch mit einem einzigen. Einen Onlinemodus gibt es nicht. Grafisch erinnert „Might and Magic: Clash of Heroes“ an die gute, alte 2D-Zeit: Lasst euch von den Screenshots aber nicht täuschen, in Bewegung sieht das Spiel noch viel besser aus! Wenn ich behaupte, dass das Spiel einer der hübschesten 2D-Titel überhaupt ist, dann übertreibe ich nicht. Zu überzeugen weiß auch der Sound, wobei stellenweise etwas mehr Abwechslung wünschenswert gewesen wäre. Schlussendlich müsst ihr euch noch über eine Sache im Klaren sein, wenn ihr nun mit dem Kauf dieses Spiels liebäugelt: „Might and Magic: Clash of Heroes“ ist wirklich, wirklich schwierig. Wenn ihr schnell die Geduld verliert, seid ihr hier an der falschen Adresse.
 
Autor: Frederik  Seite: [1] [Fazit/Wertung]
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